Dies & Das: Extinction Rebellion – Die rebellische Schwester der Fridays for Future


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Extinction Rebellion: Die rebellische Schwester der Fridays for Future

Die Protestbewegung Extinction Rebellion stört weltweit den Alltag im öffentlichen Raum, um auf Artensterben und Klimakatastrophe aufmerksam zu machen

Pia Gärtner

 

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Ein Sanduhrsymbol in einem Kreis: Der Kreis symbolisiert die Erde, die Uhr steht für die Zeit, die abläuft. Das Logo von Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Aussterben) symbolisiert die dramatischen Folgen der menschengemachten Klimakrise. Doch hier geht es längst nicht mehr „nur“ ums Klima: Die Protagonisten befürchten den Kollaps des gesamten Ökosystems, der den Planeten unbewohnbar machen wird. Es drohe das Aussterben der ganzen Menschheit. Schon jetzt hat das Artensterben bei Tieren und Pflanzen ein erschreckendes Ausmaß angenommen.

Das Logo von Extinction Rebellion steht für das sechste große, menschengemachte Artensterben auf dem Planeten.
Foto: Extinction Rebellion Zürich

Dramatik in der Wortwahl ist bei Extinction Rebellion (XR) Programm. „Uns ist wichtig, dass über die Inhalte in der nötigen Radikalität diskutiert wird“, so der Ökologe Paul Sajovitz, Sprecher des derzeit noch recht überschaubaren Österreich-Ablegers der Bewegung. Es sollen wissenschaftliche Fakten endlich ernst genommen und danach gehandelt werden: „Sagt die Wahrheit!“ lautet eine der Forderungen an die Regierungen dieser Welt. Sie sind Ziel des Protestes, für den die Naturwissenschaften die Basis bilden.

Geschehe nicht bald etwas, kündigt XR „große Umwürfe auf allen Ebenen“ an. „Wenn in den nächsten Monaten nichts passiert, ist die Zeit, etwas zu retten, nämlich vorbei“, ist Sajovitz sicher. Bürgerversammlungen sollen in Zukunft einspringen, wo die Politik kläglich versagt, und sich der Bewältigung der Krise widmen. „Wenn Menschen aus der Bevölkerung die gleichen Informationen wie der Regierung zur Verfügung stehen, dann sind wir uns sicher, dass sie sehr gute Entscheidungen für das Allgemeinwohl treffen können“, heißt es bei XR. Sie müssen nämlich auch nicht wieder gewählt werden und können längerfristig denken.

Weltweit wird friedlich rebelliert

Mittlerweile ist die Bewegung mit Gruppen in über 50 Ländern und unzähligen regionalen Ortsgruppen ein globales Phänomen. Seit vergangenem Jänner gibt es XR auch hierzulande, wenn auch noch in überschaubarer Größe. Und es bleibt nicht beim Reden: XR nutzt auch radikalere Protestformen als die Schülerinnen und Schüler von Fridays For Future, das Ziel ist dasselbe: Die Bekämpfung der Klimakrise.

Beim Die-In legen sich Protestierende regungslos auf die Straße.
Foto: Extinction Rebellion Austria

Ziviler Ungehorsam

Die Aktivisten von XR jedoch streiken nicht, sondern setzen auf zivilen und gewaltfreien Ungehorsam der Massen. Was in den 60er- Jahren das Sit-In war, ist heute das Die-In: Aktivistinnen und Aktivisten legen sich auf die Straße und sterben symbolisch. In London, der Geburtsstadt der Bewegung, wurden bei den ersten Aktionen 2018 die fünf wichtigsten Brücken über die Themse besetzt und der öffentliche Verkehr zeitweise lahmgelegt. Ein andermal wird medienwirksam Kunstblut ausgeschüttet oder, wie jüngst in der Schweiz, ein Fluss giftgrün eingefärbt.

Die Farbe, mit der Teile der Limmat in Zürich grün gefärbt wurden, ist ungefährliches Uranin, das nicht giftiger ist als Speisesalz.
Foto: Extinction Rebellion Zürich

„Diese Protestformen sind nicht neu“, sagt Simon Teune, der an der TU Berlin zu sozialen Bewegungen forscht. Trotzdem unterscheiden sich die Aktionen aber von älteren Umweltkampagnen: „Extinction Rebellion spricht, anders als frühere Gruppen, stärker Menschen an, die mit zivilem Ungehorsam bis dahin nichts zu tun hatten“. Außerdem ziele der Protest weniger auf konkrete Akteure, wie etwa einen bestimmten Betrieb, sondern soll die gesamte Öffentlichkeit durcheinanderbringen.

„Unsere Methode ist natürlich kontrovers. Wenn man den normalen Ablauf des Alltags stört, dann nervt das viele Menschen. Es erzeugt aber auch die nötige Aufmerksamkeit“, sagt Sajovitz. Dabei gehe es nicht darum, graduelle Reformen oder bestimmte Kompromisse zu erwirken, sondern eben um eine Rebellion, eine „Systemänderung“. Zum gewaltfreien Agieren gehört auch der respektvolle Umgang mit der Polizei: Man kündigt Aktionen an und kooperiert. Verhaftungen, vor allem massenhafte, sind trotzdem gewollt.

Vorbild Gandhi

Die britischen Gründer der Bewegung halten die Strategie der friedlichen Störung für die moralischste und auch wirkungsvollste, um radikale Umstürze zu erwirken. Sie beziehen sich dabei auf historische Vorbilder wie Gandhi und seinen erfolgreichen Kampf ohne Gewalt. Rückenwind aus der akademischen Welt haben die Aktivistinnen und Aktivisten: In offenen Briefen an die britische Regierung bekundeten hunderte Wissenschafter und Persönlichkeiten wie Naomi Klein ihre Unterstützung für die Bewegung. Der Guardian veröffentlichte die Statements, solidarisiert sich und berichtet konstant über die Rebellen und ihre Anliegen. Auch aus der Musikszene kommt Unterstützung: Die britische Band Radiohead spendete die Erlöse ihres zuvor geleakten Materials an XR, Massive Attack steuerten im Frühling ein DJ-Set bei.

In der zweiten Oktoberwoche sind in Österreich und weltweit Aktionen und Blockaden geplant: Dann wird die zweite, internationale „Rebellionswoche“ bestritten.

Termine:

27.9., weltweit: Globaler Klimastreik unter dem Motto „There is no planet B“: Großdemonstrationen in zahlreichen Städten weltweit. In Österreich sind bislang in sechs Landeshauptstädten Großdemos geplant. In Wien wird es einen „Kinderwagen-Block“ und einen Block der „Teachers for Future“ geben.

Ab 7.10., weltweit: Eine Woche „im Zeichen der Rebellion für das Leben“: Ab 7.Oktober plant Extinction Rebellion in den Hauptstädten von rund 60 Ländern gewaltfreie Aktionen. Auch in Österreich.

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