Dies & Das: Moby-Dick oder: Der Wal ist ein Leuchtmittel(Feature)

Unterwegs mit dem weißen Wal

Feature, 55 min 30.07.2019 von Andreas Hagelüken

Der Wal ist überall zugleich und könnte jederzeit auftauchen. (imago / Herwig Czizek)

Er sei überall zugleich und könne jederzeit auftauchen. Erscheinen wird er jedoch erst ganz am Schluss. Tiefe Gewässer des Moby-Dick. Ein Text so unfassbar wie der Wal selbst, von dem er handelt. Was dem Cowboy die Prärie, ist dem Walfänger die offene See. Und gen Westen liegt das gelobte Land. Doch Melville lässt seinen Cowboy – halb Mensch, halb Wal – nach Osten aufbrechen. Warum!?! Zwei Handvoll Wissenschaftler bringen Licht in das Dunkel dieses Romans. Willkommen an Bord der untoten Pequod – ein historisch-spekulativer Tatsachendiskurs.

Moby Dick – Sechs historisch-spekulative Lesarten eines Weltromans

Feature, 27 min 30.07.2019 von Andreas Hagelüken

Wir präsentieren sechs Zugänge zu Moby Dick. (picture alliance / imageBROKER / Michael Weberberger)

Alle kennen Moby Dick. Viele haben es im Bücherregal. Aber wer hat die 135 Kapitel des 1851 erschienenen Buches wirklich gelesen? In den wenigsten von ihnen wird die Jagd nach dem Weißen Wal erzählt.

Seit 2006 hat sich eine Gruppe akademischer Lehrkräfte im deutschsprachigen Raum dem Roman verschrieben. Sie haben sich vorgenommen, jedes einzelne Kapitel mit dem Rüstzeug der Germanistik, Philosophie, Mediengeschichte und Wissenschaftstheorie zu durchleuchten. Und das mit einem weit offenen Visier – sie nennen ihre Methode historisch-spekulativer Kommentar.

Am 1. August kommt mit dem 200. Geburtstag von Hermann Melville ein Jubiläum und damit ein Anlass, sich in diesen Weltroman zu vertiefen. Wir senden dazu ein Feature, das mit den Forscherinnen und Forschern auf Ausfahrt durch die ozeanischen Textweiten des Romans geht. Als Bonusmaterial bietet unsere Reihe sechs Bojen oder Zugänge zu einem Roman, der einfach nicht altern will.

In der ersten Folge stellt einer der Moby-Dick-Bessesenen die Methode der Neben- und Umwege vor.

Folge 1: Der Charakter der Spekulation

Die zweite Folge zeigt eine Verbindung zwischen Waljagd und amerikanischer Kolonialgeschichte.

Folge 2: Alkohol – das kürzeste Kapitel als Kolonialismuskommentar

Die dritte Folge setzt ein goßes Fragezeichen hinter das Bild vom furchterregenden weißen Wal.

Folge 3: Angst – Kapitel 81

In der vierten Folge steht die Mannschaft der Pequod im Mittelpunkt.

Folge 4: Kommunikation oder Schiffsbegegnungen auf hoher See

In der fünften Folge wird Kapitän Ahab einem berühmten Vorgänger gegenübergestellt: Odysseus.

Folge 5: A journey of no return

In der sechsten und letzten Folge hören wir, dass Moby Dick viel mehr als nur ein Roman ist: es ist die Voraussahnung einer Epochenenwende.

Folge 6: Der Roman oder das Ding – was eigentlich ist Moby Dick?

Die Forscherinnen und Forscher, die in dieser Reihe einzeln zu Wort kamen, finden zusammen in einem einstündigen Feature: einer großen Fahrt durch die semantischen Weiten des Romans.


Ursendung
Moby-Dick oder: Der Wal ist ein Leuchtmittel
Ein historisch-spekulativer Tauchgang
Von Andreas Hagelüken
Mit: Ethel Matala de Mazza, Armin Schäfer und Friedrich Balke, Markus Krajewski, Matthias Bickenbach, Cornelius Borck, Lars Friedrich, Roland Borgards und Harun Maye
Es sprachen: Jasmine Tutum und Michael Labres sowie der Autor
Ton und Regie: Der Autor 
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019 
Länge: 55’00


Andreas Hagelüken, geboren 1963, Musikwissenschaftler und freier Autoren-Produzent, schreibt und produziert seit 1994 Features und experimentelle Hörspiele, betreibt seit 2000 mit hoerspielbox.de das erste systematische Soundarchiv im Netz, unterrichtete an der UdK im Rahmen der „Sound Studies“ in den Bereichen Auditive Kultur und experimentelle Klanggestaltung, publizierte zu Radiokunst und Ars Acustica und dokumentiert das und mehr auf randfunk.de.