Dies & Das: Gehörte Literatur – Vater Goriot, Hörspiel nach dem Klassiker von Honoré de Balzac in 3 Teilen

Honoré de Balzac

Honoré de Balzac (picture alliance / dpa)

1799 in Tours geboren, zog 1814 mit seiner Familie nach Paris. Brach sein Jura-Studium vor den Abschlussprüfungen ab, um Schriftsteller zu werden und fand Eingang in die Welt des Adels. Um seinen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, musste Balzac immer mehr Texte veröffentlichen. 

In eine Mönchskutte gehüllt schrieb er bis zu 17 Stunden am Tag, einzig am Leben gehalten durch den immensen Konsum von schwarzem Kaffee. Dennoch war Balzac die längste Zeit seines Lebens tief verschuldet. Erst 1850 erfüllte sich sein Traum, reich zu heiraten – doch noch im selben Jahr erlag er seinem erschöpften Herz. Sein Hauptwerk war die „Comédie humaine“, ein Romanzyklus, der die Tugenden und Abgründe von Mensch und Gesellschaft erforscht. Von 137 geplanten Erzählungen konnte Balzac 91 vollenden. An „Vater Goriot“ schrieb er von September 1834 bis Januar 1835. Deutschlandradio Kultur realisierte als Hörspiele bereits „Eugénie Grandet“ (Hörspiel des Monats März 2015) und „Cousine Lisbeth“ (Deutschlandradio Kultur/RB 2017).


Panorama von Paris mit acht Brücken, Aufnahme von ca. 1900 (imago / The Holbarn Archive Leemage )

Hörspiel nach dem Klassiker von Balzac: Vater Goriot (1/3)

Paris, Anfang des 19. Jahrhunderts. In der Pension „Vauquer“ wohnt ein ehemaliger Nudelfabrikant, der „Vater Goriot“ genannt wird. Ein ambitionierter Jurastudent, Eugène de Rastignac, erlebt Goriots Hingabe an seine Töchter.
Eugène de Rastignac, weiterer Pensionsgast und ambitionierter Jurastudent, findet heraus, dass der Grund für Goriots finanzielle Verausgabung seine beiden hübschen verheirateten Töchter sind: Der Alte ist von den beiden nahezu besessen.

Hörspiel über Armut und Luxus in Paris: Vater Goriot (2/3)

Eugène de Rastignac hat Geschmack am luxeriösen Leben gefunden. Er wohnt immer noch in der Pension Vauquer und versucht mittels Damenbekanntschaften in die Pariser Gesellschaft zu gelangen. Eugène verliebt sich in Delphine de Nucingen, die Tochter von Vater Goriot. Dieser ist beglückt über die Verbindung, er verspricht sich dadurch mehr Kontakt zu seiner Tochter. Indessen versucht der zwielichtige Vautrin, Eugène für eine andere Frau zu interessieren: Victorine de Taillefer.

Hörspiel über Vaterliebe und undankbare Töchter: Vater Goriot (3/3)

Madame Vauquer verzweifelt über den Verlust der Gäste: Alle haben plötzlich Gründe, die Zimmer zu kündigen. Rastignac soll glücklich werden mit Delphine in einer entzückenden Wohnung, die Goriot ihm finanziert hat. Aber Delphines Schwester Anastasie taucht auf und hat gravierende Probleme: Ihr Liebhaber ist ein Spieler. Goriot ruiniert sich und seine Gesundheit endgültig für die Ausstattung seiner Töchter zu einem Ball im Hause Beauséant.


 

Balzac: Vater Goriot – Inhalt und Interpretation

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Sprecher, Bearbeitung, Regie und Ton

Bearbeitung: Helmut Peschina
Regie: Judith Lorentz
Mit: Hans-Michael Rehberg, Camill Jammal, Swetlana Schönfeld, Michael Rotschopf, Brigitte Grothum, Mira Partecke, Markus Meyer, Katharina Schüttler, Andrea Schieffer, Erika Skrotzki, Michael Hanemann, Christoph Gawenda, Sascha Nathan, Gabriella Maria Schmeide, Martin Rentzsch, Thomas Fränzel, André Holonics, Leonie Rainer, Leslie Malton, Wilfried Hochholdinger, Gerald Michel, Luzie Kurth, Christian Gaul und Jens Harzer
Komposition: Lutz Glandien
Ton: Martin Eichberg
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017


Helmut Peschina,

geboren am 7. Januar 1943 in Klosterneuburg/Österreich, studierte Latein, Germanistik und Theaterwissenschaft und an der Filmhochschule in Wien. Seit 1975 schreibt er Theaterstücke, Hörspiele und Bearbeitungen für Funk und Fernsehen. Bearbeitungen für Deutschlandfunk Kultur: „Eugénie Grandet“ von Honoré de Balzac (DKultur 2015), „Eine Wiener Romanze“ von David Vogel (ORF/DKultur 2015), „Als Mariner im Krieg“ von Joachim Ringelnatz (NDR/DKultur 2014), „Boxen“ nach ‚Jahr des Erwachens‘ von Charles Juliet (DKultur 2011), „Die Geschichte der 1002. Nacht“ von Joseph Roth (DKultur/ORF 2009), „Die Legende vom heiligen Trinker“ von Joseph Roth (DKultur/Radio France/SR 2007), „Rot und Schwarz“ von Stendhal (DKultur/ORF 2005), „Die Wolfshaut“ von Hans Lebert (NDR/DKultur/ORF 2005), „Die Blendung“ von Elias Canetti (NDR/DLR Berlin/BR/ORF 2002), „Der Fall Deruga“ von Ricarda Huch (DLR Berlin 1998), „Hotel Savoy“ von Joseph Roth (DLR Berlin/ORF 1994), „Die Schule der Diktatoren“ von Erich Kästner (DLR Berlin/ORF1994). Originalhörspiele: „Gemeinsam etwas“ (ORF/SLR Berlin), „Der letzte Stadtschreiber“ (DKultur/NDR 2000). Helmut Peschina lebt in Wien.


Judith Lorentz, Regie

Judith Lorentz, Regie

Lutz Glandien, geboren 1954 in Oebisfelde (Altmark), studierte Zeitgenössische Komposition an der Musikhochschule Hanns Eisler und der Meisterklasse der Akademie der Künste in Berlin. Zahlreiche Werke für Soloinstrumente, Kammerensembles und Sinfonieorchester. Klanginstallationen im öffentlichen Raum und Kompositionen für Ensembles des zeitgenössischen Tanzes. Musik und Soundtracks zu über 90 Hörspielen, Dokumentarfilmen, Kunstvideos und Ausstellungen.

Zusammenarbeit mit Regisseurin Judith Lorentz: „Rolltreppen ins Nichts“ von Hans Delbruck (DKultur 2016), „Supertrumpf“ von Esther Becker (DKultur 2015), „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić (RBB 2015), „Hab und Gier“ von Ingrid Noll (DKultur 2015), „Ichi oder der Traum vom Roman“ von Sabine Bergk (DKultur 2014), „Schwarze Vögel“ von Gunnar Gunnarsson (DKultur 2013), „Unter Wasser“ von Ulrike Almut Sandig (SWR 2010), „Hallo Mama, bist du da?“ von Jenny Reinhardt (DKultur 2009), „Vergesst mich nicht“ (NDR/RBB 2016).